mosaik49 – Das ist privat. Sehr privat.

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Privatsphäre scheint heute zunehmend zu verschwinden: Persönliches wird geteilt, bewertet und öffentlich gemacht, während Rückzugsräume verloren gehen.

Die Texte der mosaik widmen sich dem Unsichtbaren – Gedanken, Erinnerungen und inneren Räumen abseits digitaler Öffentlichkeit. Sie erzählen von Menschen, die sich Beobachtung, Vergleich und Optimierung entziehen und nach anderen Formen des Lebens und Wahrnehmens suchen.

mosaik49 u.a. mit Knut Birkholz, Annika Bucher, Simon Scharinger, Valerie-Katharina Meyer, Gabriela Mittendorfer, Torsten Siche, Ferenc Liebig, Benedikt Steiner, Alexander Estis u.v.a.

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mosaik49 – Das ist privat. Sehr privat.

Sommer 2026

 

>> Leseprobe (PDF)

„Die hohe Qualität der Zeitschrift geht eng einher mit der hohen intrinsischen Motivation der Redaktionsmitglieder, wie auch darüber hinaus dem künstlerischem Geschick all jener, die dazu beitragen – kostenlos und zugleich „unbezahlbar“. Optisch ansprechend, klar strukturiert mit flexibel, aber nicht verspielt gestalten Seiten, ist die fachlich gut kuratierte Zeitschrift nach objektiven Kriterien zu schätzen. […] Die Lektüre der aktuellen mosaik-Ausgabe löst Neugier auf die nächste aus.“

Ortwin-Rainer Bonfert über mosaik38

Kostenoffenlegung

Das mosaik ist kostenlos erhältlich. Das bedeutet jedoch nicht, dass bei der Produktion keine Kosten anfallen. Die (fiktive) Entlohnung der Arbeitsstunden im Team haben wir nach den Fair-Pay-Empfehlungen der IG Kultur Öster-
reich bemessen, die Arbeitszeit der Autor*innen und Künstler*innen können wir weder ermessen noch angemessen entlohnen.
Das mosaik finanziert sich großteils über Förderungen der Stadt und des Landes Salzburg sowie des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport. Wenn du unsere Arbeit schätzt, kannst du uns auch monetär unterstützen: Mit einem Abo, einer Mitgliedschaft oder einer einmaligen Förderung.

Mehr Infos dazu: mosaikzeitschrift.at/Geld 

mosaik49

Redaktion (49h à 24,−) *                   1.176,–
Organisation (27h à 24,−) *               648,–
Korrektorat (14h à 24,−) *                 336,–
Grafik & Satz (18,50h à 24,−) *         444,–
Versand (19h à 20,−) *                      380,−
Druck                                                  3.424,–
Versandkosten (Durchschnittswert) 500,–
Marketing (Durchschnittswert)         200,−
Aufwandsentschädigungen               2.600,–
Künstlerische Arbeit                           unbezahlbar
Summe                                                   9.708,–
Auflage                                               1.500 Stück

Kosten pro Exemplar                         6,47

* diese Arbeit erfolgt größtenteils unentlohnt.

Inhalt

wunschfracht

Knut Birkholz – Anfang einer Sammlung
Andreas Mayer – regenzeit
Annika Bucher – Klassentreffen
Antonia Kranebitter – Code of Love

Stauraum

Simon Scharinger – Und die Estelada
Rebecca Weiß – Besuch bei den normalen Leuten
Valerie-Katharina Meyer – buchten
Uta Müller – Existenzbahnhof

fast wie erinnern

Gabriela Mittendorfer – Wenn man nicht einsteigt
Henry Hammitzsch – Weil man das eben so macht
Torsten Siche – Trauerfeier zu zweit
Rüdiger Koch – 182 Fragen, sexuelle Bestimmung
Viktor Szukitsch – Zitronenkuchilingus
Ferenc Liebig – o. T.

Kunststrecke von Benedikt Steiner

Die künstlerische Praxis des 1990 in Basel geborenen Dichters und bildenden Künstlers ist von großer Offenheit sowie einem breiten Spektrum an Medien geprägt. Ob eine flüchtige Skizze, eine Fotografie oder ein vorgefundenes Stück Text – es gibt kaum etwas, das nicht als Impuls für ein nächstes Werk dienen könnte. Dabei bricht sich der bisweilen akribische Gestus der Bilder häufig an den humorvoll-schrägen Titeln. Das intuitive Vorgehen bietet ferner die Möglichkeit, im Zuge jeder neuen Arbeit eigene Gesetzmäßigkeiten für diese zu entwickeln – Bild für Bild ein Anfangen bei null. Dadurch entstehen fortlaufend Diskontinuitäten in stilistischer wie auch in technischer Hinsicht. Zugleich bereitet jede Arbeit aber immer auch den Boden für alle zukünftigen. Erst mit der Zeit bilden sich Serien und Nachbarschaften heraus, und die Werke
treten allmählich miteinander in Beziehung.
www.benedikt-steiner.ch

BABEL – Übersetzungen

Jenen, die den Sommer als Reisezeit begreifen, legen wir in dieser Ausgabe die Gedichte des rumänischen Poeten und Übersetzers Claudiu Komartin ins Gepäck. Seine Verse tragen uns durch Kreuzberg und ans Meer. Gedacht wird dabei dem jung verstorbenen Dichter Adrian Diniş. Der Schlaf und die Schlaflosigkeit sowie die Träume sind ein weiteres Verbindungsglied in seinen poetischen Landschaften. Die Übersetzerin Kerstin Ahlers fängt diese schwankenden Stimmungen für uns im Deutschen ein. Von den „barmherzigen wellen“ verlangsamt sich das Tempo bei den Texten von Tomasz Hrynacz, die sich durchaus mit Augenzwinkern lesen lassen. Der Autor ist zudem Redakteur der polnischen Literaturzeitschrift eleWator und wurde übersetzt von Sebastian Sokołowski. In den Zeilen steckt Knoblauchwürze und das Jahr muss erst in die Gänge kommen. Diese Gemächlichkeit nehmen wir uns insgeheim mit in die kommenden Monate. Manchmal genügt schon ein Satz oder eine Frage aus den Texten, die einen für einen Moment zur Ruhe bringen.

  • Claudiu Komartin – Secvențe / Sequenzen
    Visul lui Adrian / Adrians Traum
    (Rumänisch / Deutsch)
  • Tomasz Hrynacz – Minuta po minucie / Eine Minute nach der anderen
    Większy plan / Der größere Plan
    (Polnisch / Deutsch)
[foejetõ]

Von den großen Verlagen vernachlässigt, von den meisten Kritiker*innen ignoriert, von den wichtigsten Preisen ausgeschlossen, von Kundigen wie Unkundigen immer wieder zur Vor- oder Schwundstufe des Romans degradiert – und doch gerade heute wichtiger denn je: Die literarische Kleinform, auf die im fœjetõ fünf köstliche essayistische Häppchen größten Appetit machen.

Kreativraum: Jayde Will

INTRO

Privatsphäre.
Ist das schon ein veralteter Begriff?
Es wird gegenwärtig so viel Persönliches geteilt, diskutiert, verglichen, moralisch aufgeladen und bewertet, dass die Rückzugsorte des Selbst manchmal wie verschwunden scheinen. Alles wird Arena, Diskurs, Performance. Was nicht fotografiert, dokumentiert und kommentiert wurde, hat nicht stattgefunden – das scheint weitgehend Konsens der öffentlich vermittelten Realität zu sein.
Diesem ständigen und ausufernden Zugriff dürfen wir uns jederzeit mutig entziehen, finden wir.
„Fotos schienen mir immer nur Oberfläche, oder es war Misstrauen oder selbst Angst vor ihrer Art manchmal oberflächlicher Genauigkeit.“
(Knut Birkholz, S. 9)
Literatur kann Rückzug bieten und Welt(en)entdeckung werden. Zu lesen, wie es anders sein kann, wie Menschen handeln, denken, fühlen, wenn sie ‚für sich‘ sind, kann uns von Konformitätsdruck und Einengungen (gerade auch durch Bubbles) befreien – und die Mechanismen einer Öffentlichkeit erhellen, die vordergründig Individualismus feiert, aber sehr schnell unleidlich und ausgrenzend reagiert, wenn wir aus der (Vergleichs-)Reihe tanzen.
Die Texte dieses Hefts widmen sich mit Hingabe dem unsichtbaren Leben der Menschen im Privaten – was in Gedanken, in vergangener Lebenszeit, im Schweigen, abseits der Scheinwerfer den Blicken entzogen bleibt und in Ruhe wachsen kann. Sie sprechen aber auch davon, wie wir im Digitalen beleuchtet, vermessen, skaliert und ‚verbessert‘ werden.
Und sie erzählen von Wegen, auszusteigen – oder gar nicht erst mitzufahren.
„Früher bin ich einfach eingestiegen. Heute bleibe ich manchmal stehen. Nicht aus Trotz. Nicht aus Angst. Sondern aus Neugier. Ich will wissen, was geschieht, wenn man nicht fährt.“
(Gabriela Mittendorfer, S. 26)

Wir wünschen euch ein erfüllendes Leben im Lesen!
euer mosaik

mosaik

mosaik ist eine Plattform zur Vermittlung und Vernetzung gegenwärtiger Literaturen. Print- und Onlinepublikationen sowie Veranstaltungen treten in Synergie mit anderen Kunstformen und zielen auf die Förderung aktueller Stimmen und deren Vielfalt. Hierbei steht das Werk im Zentrum.

mosaik will Räume schaffen, um den Literatur- und Kunstdiskurs zu hinterfragen und neue Zugänge zu ermöglichen. Aus der Gesamtheit dieser Aktivitäten entsteht das namensgebende Bild.

www.mosaikzeitschrift.at

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Zusätzliche Informationen
Gewicht 250 g
Größe 270 × 210 × 5 mm
Seiten

60

Erscheinungsjahr

2026

Verlag

edition mosaik

Zeitschrift

mosaik

ISSN

2409-0220

made in

Österreich, Salzburg

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