mosaik48 – Blumen für den Busfahrer

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Oft geben Routinen unseren Takt vor, viel läuft im Alltag nach festgelegten Mustern, nur leicht variierbaren Abläufen. Verlässlichkeit und Vorhersagbarkeit sind erwünscht und werden im sozialen Gefüge auch erwartet. Literatur spielt glücklicherweise leichtfüßig mit diesen konstruierten Fiktionen, die wir uns täglich erzählen.

Die Texte der mosaik48 folgen den Abweichungen vom Erwarteten, bleiben im Moment, lassen Irritationen zur Geltung kommen und helfen uns so beim Beobachten dessen, was gerade wirklich geschieht – und was unmöglich vorherzusehen ist. mosaik48 u.a. mit Jannick Mudersbach, Mona Schwarz, Theresa Schmerold, Elias Gambarte, Jonas Resch, Linda Sensenberger, Anke Bastrop, Anna Rose, Veronique Homann, Slata Roschal u.v.a.

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mosaik48 – Blumen für den Busfahrer

Frühling 2026

 

>> Leseprobe (PDF)

„Die hohe Qualität der Zeitschrift geht eng einher mit der hohen intrinsischen Motivation der Redaktionsmitglieder, wie auch darüber hinaus dem künstlerischem Geschick all jener, die dazu beitragen – kostenlos und zugleich „unbezahlbar“. Optisch ansprechend, klar strukturiert mit flexibel, aber nicht verspielt gestalten Seiten, ist die fachlich gut kuratierte Zeitschrift nach objektiven Kriterien zu schätzen. […] Die Lektüre der aktuellen mosaik-Ausgabe löst Neugier auf die nächste aus.“

Ortwin-Rainer Bonfert über mosaik38

Kostenoffenlegung

Das mosaik ist kostenlos erhältlich. Das bedeutet jedoch nicht, dass bei der Produktion keine Kosten anfallen. Die (fiktive) Entlohnung der Arbeitsstunden im Team haben wir nach den fair-pay-Empfehlungen der IG Kultur Österreich bemessen, die Arbeitszeit der Autor*innen und Künstler*innen können wir weder ermessen noch angemessen entlohnen.

Das mosaik finanziert sich großteils über Förderung der Stadt und des Landes Salzburg sowie des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport in Österreich. Wenn du unsere Arbeit schätzt, kannst du uns auch monetär unterstützen: Mit einem Abo, einer Mitgliedschaft oder einer einmaligen Förderung.

Mehr Infos dazu: mosaikzeitschrift.at/Geld 

mosaik48

Redaktion (45h à 17,−) *         765,–
Organisation (22h à 16,−) *     352,–
Korrektorat (13h à 17,−) *        221,–
Grafik & Satz (19h à 17,−) *     323,–
Versand (20h à 16,−) *             320,−
Druck                                       3.360,–
Versandkosten (Durchschnitt)  500,–
Marketing (Durchschnitt)         200,–
Aufwandsentschädigungen    1800,–
Künstlerische Arbeit       unbezahlbar
Summe                                 7.841,–
Auflage                                    1500
Kosten pro Exemplar             5,23,–

* diese Arbeit erfolgt größtenteils unentlohnt.

Inhalt

Fenster auf

Jannick Mudersbach – Heumond
Mona Schwarz – haltbarkeiten
Theresa Schmerold – Sonne über dein Haupt

nach draußen

Elias Gambarte – In der Nussschale
Jonas Resch – heute
Linda Sensenberger – ans meer

Dann Luft

Anke Bastrop – Die Anwesende
Sven Clausen – Regen über Val Darengo
Andrea Tillmanns – Seitenwechsel
Katharina Scheipner – recht auf vergessenwerden

Kunststrecke von Veronique Homann

XVII
Akut, sag, wohin hat es dich verschlagen? Wann und warum bist du mir entschwunden, wohin hat es dich getragen? War es Unachtsamkeit, die dich entfernt hat aus dem Namen? Faulheit, die dich von einem Papier aufs nächste nicht übertragen? Ein Fehler, der dich links hat liegen lassen? Akut, konntest du es nicht fassen und hast es persönlich genommen? Im Deutschen nicht vorzukommen und im Französischen notwendig zu sein? In der Fremdsprache keine Bedeutung zu finden, aber in der Sprache daheim Inhalt von Gedichten, Gedichten zum Inhalt zu sein? Gingst du daraufhin, Akut, und zwar von ganz allein?

Auszug aus: AKUT, Les Éditions du Castel, Sarreguemines, Frankreich, 2025

BABEL – Übersetzungen

Poesie als Einordnung, als Möglichkeitsraum, als Verarbeitung, als Reaktion. Anna Rose thematisiert den Krieg in der Ukraine. Sie spricht von einer Waffenruhe, die keine ist. Sie findet selbst deutsche Entsprechungen für die ursprünglich auf Russisch verfassten Texte, lässt Sinn und Emotion den Vortritt vor dem Reim. In Berlin notiert sie Eindrücke eines zerfallenden Dezembers. Als Hoffnungsspender wirkt ein zufälliger Passant. Diese fragile Stimmung finden wir auch beim taiwanesischen Dichter Zhuxue Deren wieder. Ein Mensch ohne Regen wirft uns auf die Frage nach dem eigentlichen Ursprung zurück. Der Dolmetscher für die Fische hingegen löst ein humorvolles Kommunikationschaos zwischen Menschen und Meeresbewohnern aus. Die Gedichte wurden von Alice Grünfelder übersetzt. Sie ist eine Beobachterin und Botschafterin zeitgenössischer taiwanesischer Lyrik. Ein literarischer Text von ihr, Stadt am Meer, erschien bereits bei mosaik als freiTEXT.

  • Anna Rose
    • Перемирие / Waffenruhe ***
      (Deutsch / Russisch)
  • Zhuxue Deren
    • 魚類口譯 / Der Dolmetscherfür Fische
    • 沒有雨的人 / Mensch ohne Regen
      (Chinesisch / Deutsch)
[foejetõ]

Aufstören!
Das Netzwerk Other Writers stellt ein ungewöhnliches Projekt vor – ein dreitägiges Symposium, das Sorgearbeit in der Literatur thematisiert. Neben Lesungen und Diskussionen umfasst es praktische Workshops, eine Podiumsdiskussion mit Institutionsvertreter*innen, die Erarbeitung eines Gütesiegels für Carefreundlichkeit sowie eines Papers mit Richtlinien für Residenzhäuser. Das Programm ist fertig, was noch fehlt, ist die passende Finanzierung.

Kreativraum: Barbara Rieger

INTRO

„entgegen aller erwartungen / zeigten sich erste risse / in unseren wänden / nachmittags im wald“ (Mona Schwarz, S. 11)

Oft geben Routinen unseren Takt vor, viel läuft im Alltag nach festgelegten Mustern, nur leicht variierbaren Abläufen. Verlässlichkeit und Vorhersagbarkeit sind erwünscht und werden im sozialen Gefüge auch erwartet. Literatur spielt glücklicherweise leichtfüßig mit diesen konstruierten Fiktionen, die wir uns täglich erzählen (und in denen wir manchmal erstarren) und verflüssigt sie wieder, indem sie andere Fiktionen zeigt, andere mögliche Wege und Weisen, andere Schlüsse und Schritte durch die Welt.

Die Texte dieses Hefts folgen den Abweichungen vom Erwarteten, bleiben im Moment und nehmen wach und präzise wahr, lassen Irritationen zur Geltung kommen und helfen uns so beim Innehalten, beim Beobachten dessen, was gerade wirklich geschieht – und was unmöglich vorherzusehen ist.

„Ich sagte, hier gebe es wohl nichts zu sehen. Er erwiderte: Lass uns trotzdem bleiben.“ (Jannick Mudersbach, S. 10)

Der Blick ruht auf etwas, die Aufmerksamkeit folgt dem Geschehen. Es ist ungewohnt, abzuwarten und nicht sofort wieder mit einem vorgefassten Konzept fortzufahren. Etwas so offenbleiben zu lassen ist schwierig.

„da ist diese lücke, die ich mit nichts anderem auffülle, mit nichts überdecke und in keiner sekunde vergesse / ich halte mich bereit für ein morgen, und auch wenn morgen nicht kommt, war es das wert“ (Jonas Resch, S. 22)

Sehen, was ist – und die Potentiale eines Augenblicks strahlen uns aus diesen Texten entgegen. Sehen, was ist – reality checks auch in den anderen Teilen des Hefts, als Augenöffner und um notwendige Veränderungen anzugehen!

euer mosaik

mosaik

mosaik ist eine Plattform zur Vermittlung und Vernetzung gegenwärtiger Literaturen. Print- und Onlinepublikationen sowie Veranstaltungen treten in Synergie mit anderen Kunstformen und zielen auf die Förderung aktueller Stimmen und deren Vielfalt. Hierbei steht das Werk im Zentrum.

mosaik will Räume schaffen, um den Literatur- und Kunstdiskurs zu hinterfragen und neue Zugänge zu ermöglichen. Aus der Gesamtheit dieser Aktivitäten entsteht das namensgebende Bild.

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Zusätzliche Informationen
Gewicht 250 g
Größe 270 × 210 × 5 mm
Seiten

60

Erscheinungsjahr

2026

Verlag

edition mosaik

Zeitschrift

mosaik

ISSN

2409-0220

made in

Österreich, Salzburg

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+43 670 2053837