Die Zeitschrift „Literatur und Kritik“ wurde 1966 federführend von Gerhard Fritsch gegründet. Seit 1991 hat die Redaktion ihren Sitz in Salzburg und wurde über 30 Jahre von Arno Kleibel und dem Schriftsteller Karl-Markus Gauß herausgegeben. Unter der Herausgeberschaft und Chefredaktion von Karl-Markus Gauß hat sich die Zeitschrift der Entdeckung wenig bekannter Literaturlandschaften Europas gewidmet, vielen Spielarten der österreichischen Literatur ein Forum gegeben und insbesondere auch Autorinnen und Autoren beachtet, denen im literarischen Betrieb die verdiente Aufmerksamkeit vorenthalten wurde. Von Karl-Markus Gauß übernahm die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin 2022 Ana Marwan die Mitherausgeberschaft und alleinige Chefredaktion für die beiden Jahrgänge 2023 und 2024. Ihr besonderer Fokus lag auf der Abbildung relevanter und neuer Stimmen der österreichischen und slowenischen Gegenwartsliteratur. Mit einer Vielzahl an neuen Rubriken und ungewöhnlichen Schwerpunktthemen hat sie Literatur und unterschiedliche Themenbereiche, beispielsweise aus Wissenschaft, gekonnt miteinander verwoben und der Zeitschrift ein neues Profil gegeben.
Birgit Müller-Wieland gibt die Zeitschrift ab dem neuen Jahrgang 2025 zusammen mit Arno Kleibel heraus.„Literatur und Kritik“ erscheint in fünf Doppelnummern pro Jahr. Die Zeitschrift wird in annähernd dreißig Staaten gelesen.
Literatur & Kritik 601-602 (März 2026)
Alte Wörter sind nicht einfach „alt“. Sie benennen Gefühle, die uns fehlen, tragen Erinnerung, Herkunft und Widerstand in sich – und können komisch, schräg, zärtlich oder politisch sein. Die aktuelle Ausgabe unserer Literaturzeitschrift begibt sich auf die Spur dieser Wörter.
Das Heft ist dabei alles andere als nostalgisch. Es verhandelt die großen Themen der Gegenwart – Krieg, Identität, Körper, Liebe und Politik – und zeigt, wie eng Sprache mit Haltung, Geschichte und Macht verbunden ist. Alte Wörter werden hier nicht gesammelt, sondern befragt: Was sagen sie über uns? Fehlt etwas, wenn sie verschwinden?
Johanna Grillmayer lässt ausrangierte Begriffe noch einmal tanzen, bevor sie endgültig aus unserem Sprachgebrauch verschwinden dürfen. Josia Jourdan beschäftigt sich in seinem Text mit dem Schweizerdeutschen, daran geknüpfte Erinnerungen – und mit KI.
„[…] aber jetzt weiß ich genau, dass das Ende der Welt nicht von einem Augenblick auf den anderen eintritt, sondern dass es lang dauert, vielleicht ewig.“ – Oleh Kryschtopa
„Auf dem Server leben die Worte weiter, korrekt, vollständig – aber ohne Herz, ohne Atem. Nur wir Menschen können sie sprechen, fühlen, vererben.“ – Josia Jourdan
„Schließlich sagte ich, dass alle Menschen Liegestütze machen sollten, weil die Schwachstelle der Gesellschaft das Rückgrat sei.“ – Mercedes Spannagel
„Einmal vielleicht wird ein Lehrbuch darüber geschrieben
wir aber werden nichts beitragen dazu
wie andere immer besser wissen was Krieg ist
weil andere es immer besser wissen“ – Ostap Slyvynsky, Krzysztof Czyzewski
Mit Beiträgen von:
- Oleh Kryschtopa (Übers. Alois Woldan)
- Silke Scheffel
- Evelyn Bubich
- Verena Dolovai
- Christina König
- Ale Leyler
- Sabina Fudulakos
- Josia Jourdan
- Karzan Noori
- Sabine Gruber
- Johanna Grillmayer
- Mercedes Spannagel
- Irene Diwiak
- Ostap Slyvynsky und Krzysztof Czyzewski (Übers. Lothar Quinkenstein)
- Gerhard Zeillinger
- Manfred Müller
- Zoltán Danyi (Übers. Terézia Mora)
- Iris Wolff
- Marie Ströbitzer
- Barbara Beer
- Alexander Peer
- Ursula Ebel
- Alexander Kluy
Zusätzliche Informationen
| Gewicht | 232 g |
|---|---|
| Größe | 240 × 160 × 9 mm |
| Zeitschrift | LITERATUR UND KRITIK |
| Seiten | 112 |
| Bindung | Klebebindung |
| herausgegeben von | Arno Kleibel, Birgit Müller-Wieland |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| made in | Österreich, Salzburg |














