Niklas L. Niskate – Entwicklung der Knoten

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Was bedeuten Grenzen in einer entgrenzten Sprache? Und wie lässt sich ein Knoten lösen, wenn dieser ein Gedicht ist und sein Tauwerk der Satz, das Wort – der Bruch? Niklas L. Niskate vollzieht Gratwanderungen entlang der Begriffe, Bedeutungen und Bilder.


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„Niskates Knoten sind seine Gedichte, gemacht aus einer Sprache, die auf dem Prüfstand steht, die nicht feststeht, sondern sich im Fließen befindet. […] Entwicklung der Knoten ist ein komplexes Unterfangen, das durch seine Offenheit jedoch einlädt, hier und da ein Stück herauszupicken und selbst weiterzuspinnen, weiterzuweben, weiterzu(ent)wickeln.“ – Mario Osterland, inguternachbarschaft.com

„Mein Schreibprozess ist meistens projektabhängig. Bei Entwicklung der Knoten wollte ich mich vom Duktus des ersten Buches lösen und einen neuen Stil, eine neue technische Form des Schreibens entwickeln. Ich wollte diesmal einem sehr puristischen Zugang zum Schreiben folgen. Zunächst habe ich einfach das Internetkabel am Laptop ausgesteckt und so die potenzielle Ablenkung reduziert. Das Werkzeug zum Schreiben war aber immer noch dasselbe und ließ mich merken, wie sich der Raum, in dem ich schreiben kann, dadurch trotzdem verkleinert. So kam ich zum konsequenten Skizzieren aller Texte des neuen Buches auf meiner Schreibmaschine oder in meinem Notizbuch.

Damit habe ich mich an den Fluss oder auf die Wiese gesetzt, habe beim Schreiben kaum eingegriffen und versucht, mich auf einen wilden Textfluss einzulassen. Dadurch bleibt in den Texten mehr vom Ursprungsimpuls erhalten, es entsteht aber auch wahnsinnig viel Textmaterial. Nach und nach wurden die geschaffenen Textstrukturen in der Folge wie Knoten gelöst und neu verbunden.“ – Niklas L. Niskate im Kreativraum der mosaik27

Was bedeuten Grenzen in einer entgrenzten Sprache? Und wie lässt sich ein Knoten lösen, wenn dieser ein Gedicht ist und sein Tauwerk der Satz, das Wort – der Bruch? Niklas L. Niskate vollzieht Gratwanderungen entlang der Begriffe, Bedeutungen und Bilder: Indem er deren Begrifflichkeit und Bildlichkeit sprachlich filigran in- und miteinander verwebt, setzt er das Knüpfen und Lösen von Knoten sprachlich um. Dabei entstehen einzigartige poetische Kompositionen und erzeugen einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann.

 

Hinterstich

tasten. das sture verlangen wie
hinter sich. wie justiz oder verstecken

ah. honigversprechen. klopft an
das große verbrechen

ah. aufschwung. neu ausgelegt von hinten
sieht alles vergeblich aus

 

Kreuzschlag

hungrige wanderer. gestanzt in
orientierung am tag. aber nachts
fetzen. sezierte zensuren
überreste. sanft abgeschlagen

synonyme der zeitdiktatur. in fenstern
sitzende leere. blinde
auf immerfort wachsenden gipfeln
tanzende kinder die gesichter grimassen

optionssinne ausgefahren
zugänglich. ausgerechnete bäume

drehst du diesen körper zu
mir wird es abend. fast bodenlos ich seh dich
verschwommen dreimal die dämmerungen
schlagen die hände die köpfe zum

Niklas L. Niskate

Niklas L. Niskate, geboren 1981 in Halle (Saale), wuchs in Bern, Nordrhein-Westfalen und Berlin auf. Lebt durch Zufall im Moment als Lyrik schreibendes Kaninchen in Oberösterreich. Studium der Untergrundarchitektur, Projektionsfelderwirtschaft und des Tunnelbaus. Seit 2010 diverse Lesungen und multimediale Live-Auftritte, sowohl solo als auch in Soundpoetry-Kooperationen mit dem SynthesizerArtist Philipp Rabelsberger und im Duo fux & has. Startstipendien für Literatur des österreichischen Bundeskanzleramts 2014 und 2016, Arbeitsstipendien ebd. 2017 und 2018. Sein Lyrik-Debüt legte er mit dem Band Privatnachrichten an Lem (parasitenpresse) vor.

Zusätzliche Information
Gewicht 150 g
Größe 147 x 110 x 8 mm
Verlag

edition mosaik

Erscheinungsjahr

2018

Bindung

Fadenbindung, Hardcover

herausgegeben von

Josef Kirchner, Sarah Oswald

lektoriert von

Marko Dinic

ISBN

978-3-9504466-8-5

Auflage

1

made in

Österreich, Salzburg

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